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Gleichstellung

Gender Pay Gap in Deutschland 2025: Entwicklung und Ursachen

Umfassende Analyse der geschlechtsspezifischen Lohnlücke in Deutschland. Entwicklung von 2015 bis 2025, Ursachen und Branchenunterschiede.

💡 Zentrale Erkenntnisse

  • Unberereinigter Gender Pay Gap 2025: 17,2% (2015: 21,6%)
  • Bereinigter Gender Pay Gap: 6,2% (nach Bereinigung struktureller Faktoren)
  • Größte Lücke in Führungspositionen (23%) und Finanzbranche (26%)
  • Kleinster Gap im öffentlichen Dienst (8%)
  • Teilzeitarbeit betrifft 47% der Frauen, aber nur 11% der Männer
  • Elternzeit: 96% der Elternzeit wird von Frauen genommen

Entwicklung des Gender Pay Gaps 2015-2025

Der unbereinigte Gender Pay Gap, also der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im Vergleich zu Männern, hat sich in den letzten 10 Jahren kontinuierlich verringert. Von 21,6% im Jahr 2015 sank er auf 17,2% im Jahr 2025. Dies entspricht einer Verbesserung von 4,4 Prozentpunkten.

Die Entwicklung verlief jedoch nicht linear. Besonders starke Verbesserungen gab es in den Jahren 2018-2020 durch gesetzliche Maßnahmen wie das Entgelttransparenzgesetz. Seit 2022 hat sich die Verbesserung verlangsamt.

📊 Unbereinigter Gender Pay Gap 2015-2025

Entwicklung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke in Prozent

201521,6%201621%201720,9%201820,3%201919,2%202018,3%202118%202217,7%202317,5%202417,3%202517,2%22%21%19%18%17%

Bereinigter vs. Unbereinigter Gender Pay Gap

Der unbereinigte Gender Pay Gap von 17,2% berücksichtigt nicht strukturelle Unterschiede wie Berufswahl, Qualifikation, Beschäftigungsumfang und Karrierestufe. Nach Bereinigung dieser Faktoren bleibt ein "bereinigter" Gender Pay Gap von 6,2%.

Dieser bereinigte Wert zeigt die Lohnlücke, die nicht durch strukturelle Faktoren erklärt werden kann und auf potenzielle Diskriminierung hindeutet.

📊 Bereinigter vs. Unbereinigter Gap 2025

Vergleich der beiden Messgrößen

202517%14%12%9%6%
Unbereinigt
Bereinigt
Strukturelle Faktoren

Gender Pay Gap nach Branchen

Der Gender Pay Gap variiert erheblich zwischen den Branchen. Während im öffentlichen Dienst mit transparenten Gehaltsstrukturen nur 8% Unterschied bestehen, liegt der Gap in der Finanzbranche bei 26%.

Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Führungskräfteanteil und wenig transparenten Gehaltsstrukturen.

📊 Gender Pay Gap nach Branchen 2025

Unbereinigter Gender Pay Gap in verschiedenen Branchen

Finanzdienstleistungen26%Unternehmensberatung23,5%Pharmaindustrie22%IT & Software19,5%Automotive18,2%Maschinenbau16,5%Einzelhandel15%Gesundheitswesen12,5%Bildung11%Öffentlicher Dienst8%26%20%13%7%0%

Ursachen des Gender Pay Gaps

Die Ursachen des Gender Pay Gaps sind vielfältig und komplex:

1. **Berufswahl**: Frauen sind überproportional in schlechter bezahlten Berufen (Care-Arbeit, Bildung) vertreten, während Männer häufiger MINT-Berufe ergreifen.

2. **Teilzeitarbeit**: 47% der berufstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit (Männer: 11%). Teilzeitarbeit geht oft mit geringeren Stundenlöhnen und schlechteren Karrierechancen einher.

3. **Karriereunterbrechungen**: Frauen unterbrechen ihre Karriere häufiger und länger für Kinderbetreuung (96% der Elternzeit).

4. **Führungspositionen**: Nur 29% der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. In Vorständen börsennotierter Unternehmen liegt der Frauenanteil bei 18%.

5. **Verhandlungsverhalten**: Studien zeigen, dass Frauen seltener Gehaltsverhandlungen führen und weniger fordern.

6. **Diskriminierung**: Der bereinigte Gap von 6,2% deutet auf direkte oder indirekte Diskriminierung hin.

Internationaler Vergleich

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit 17,2% im Mittelfeld. Länder wie Island (4%), Belgien (5%) und Norwegen (7%) haben deutlich niedrigere Gender Pay Gaps, während Estland (22%) und Lettland (21%) höhere Werte aufweisen.

Die niedrigsten Gaps haben Länder mit starker Gleichstellungspolitik, hoher Kinderbetreuungsquote und transparenten Gehaltsstrukturen.

📊 Gender Pay Gap im EU-Vergleich 2025

Unbereinigter Gender Pay Gap in ausgewählten EU-Ländern

Island4%Belgien5%Norwegen7%Schweden9%Frankreich11%Österreich13%Deutschland17,2%Niederlande19%Lettland21%Estland22%22%17%11%6%0%

Maßnahmen zur Verringerung des Gender Pay Gaps

Verschiedene Maßnahmen haben sich als wirksam erwiesen:

**Gesetzliche Maßnahmen:** - Entgelttransparenzgesetz (2017): Gibt Beschäftigten ein Auskunftsrecht über Gehälter - Führungspositionen-Gesetz (2021): Mindestbeteiligung von Frauen in Aufsichtsräten - Verpflichtende Gehaltsangaben in Stellenanzeigen (geplant)

**Unternehmensmaßnahmen:** - Transparente Gehaltsstrukturen und Gehaltsbänder - Objektive Beförderungskriterien - Mentoring-Programme für Frauen - Flexible Arbeitsmodelle für beide Elternteile

**Gesellschaftliche Maßnahmen:** - Ausbau der Kinderbetreuung - Elternzeit für Väter attraktiver machen - MINT-Förderung für Mädchen - Aufwertung von Care-Berufen

🔬 Methodik

Die Studie basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Verdienststrukturerhebung), der Hans-Böckler-Stiftung und des DIW Berlin. Der unbereinigte Gender Pay Gap wird als Differenz der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste berechnet. Für den bereinigten Wert werden strukturelle Faktoren (Beruf, Qualifikation, Beschäftigungsumfang, Karrierestufe) statistisch kontrolliert.

📚 Quellen

Statistisches Bundesamt - Verdienststrukturerhebung 2024Hans-Böckler-Stiftung - WSI GenderDatenPortalDIW Berlin - Wochenbericht 10/2025Europäische Kommission - Gender Pay Gap StatisticsOECD - Gender Wage Gap Data

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