Tarifvertrag der IG Metall
Der Tarifvertrag der IG Metall ist einer der wichtigsten Flächentarifverträge in Deutschland und regelt die Arbeitsbedingungen in der Metall- und Elektroindustrie.
Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) ist mit rund 2,2 Millionen Mitgliedern die größte Einzelgewerkschaft in Deutschland. Die Tarifverträge der IG Metall gelten für etwa 3,9 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie und haben große Signalwirkung für andere Branchen. Die IG Metall-Tarifverträge sind regional unterschiedlich und werden für verschiedene Tarifgebiete (z.B. Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen) separat verhandelt.
Die IG Metall-Tarifverträge sind nicht bundesweit einheitlich, sondern werden für verschiedene Tarifbezirke verhandelt. Die Entgelttabellen unterscheiden sich daher je nach Region.
Die Eingruppierung erfolgt in Entgeltgruppen, die sich nach der Qualifikation und den Anforderungen der Tätigkeit richten. Im Gegensatz zum öffentlichen Dienst gibt es keine bundesweit einheitliche Struktur, sondern regionale Besonderheiten.
Hier finden Sie beispielhaft die Entgelttabelle für das Tarifgebiet Baden-Württemberg (Stand: November 2023). Andere Tarifgebiete haben ähnliche, aber nicht identische Tabellen:
| EG | Monatsentgelt |
|---|---|
| EG 1 | 2.950 € |
| EG 2 | 3.080 € |
| EG 3 | 3.210 € |
| EG 4 | 3.395 € |
| EG 5 | 3.590 € |
| EG 6 | 3.795 € |
| EG 7 | 4.015 € |
| EG 8 | 4.250 € |
| EG 9 | 4.505 € |
| EG 10 | 4.780 € |
| EG 11 | 5.070 € |
| EG 12 | 5.385 € |
| EG 13 | 5.720 € |
| EG 14 | 6.075 € |
| EG 15 | 6.455 € |
| EG 16 | 6.860 € |
| EG 17 | 7.290 € |
Die Tarifentgelte unterscheiden sich je nach Tarifgebiet erheblich. Beispiele für Durchschnittsentgelte (EG 10) in verschiedenen Regionen:
• Baden-Württemberg: ~4.780 € (höchstes Niveau) • Bayern: ~4.720 € • Nordrhein-Westfalen: ~4.550 € • Sachsen: ~3.950 € (niedrigstes Niveau, "Ost-Tarif")
Die Unterschiede zwischen Ost und West haben sich in den letzten Jahren verringert, bestehen aber weiterhin.
Im November 2023 wurde ein bedeutender Tarifabschluss erzielt:
• 01.06.2023: Erhöhung um 3,2% + Inflationsausgleichsprämie (3.000 €) • 01.05.2024: Weitere Erhöhung um 5,2% • Gesamtvolumen: 8,5% über zwei Jahre
Die Inflationsausgleichsprämie wird steuerfrei ausgezahlt und soll die gestiegenen Lebenshaltungskosten abfedern.
In vielen Tarifgebieten der IG Metall gilt die 35-Stunden-Woche, die bereits in den 1990er Jahren erkämpft wurde. Dies ist eine der kürzesten tariflichen Arbeitszeiten in Deutschland.
In einigen Regionen (insbesondere in Ostdeutschland) gilt jedoch weiterhin die 38- oder 40-Stunden-Woche. Auch hier gibt es eine schrittweise Angleichung.
Neben dem Tarifentgelt können Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie zusätzliche Leistungen erhalten:
• Leistungszulagen: Individuelle oder teambasierte Leistungsprämien • Schichtzulagen: Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit • Überstundenzuschläge: 25-50% Zuschlag je nach Zeit • Urlaubsgeld: In der Regel 50% eines Monatsgehalts • Weihnachtsgeld: In der Regel 55% eines Monatsgehalts
Die tatsächlichen Gesamtverdienste liegen oft deutlich über dem Tarifentgelt.
Die IG Metall hat eine tarifliche Altersvorsorge (MetallRente) etabliert. Arbeitgeber zahlen einen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung, der sich nach dem Tarifentgelt richtet. Zusätzlich können Beschäftigte Eigenanteile per Entgeltumwandlung einzahlen.
Die IG Metall-Tarifverträge enthalten weitere wichtige Regelungen:
• Demografietarifvertrag: Zusätzliche freie Tage für ältere Beschäftigte • Bildungsteilzeit: Möglichkeit zur befristeten Arbeitszeitreduzierung für Weiterbildung • Pflegezeit: Sonderregelungen für pflegende Angehörige • Altersteilzeit: Regelungen zum gleitenden Übergang in den Ruhestand
Diese Regelungen machen die IG Metall-Tarifverträge besonders attraktiv.
Angelernte und einfache Tätigkeiten
Facharbeiter mit abgeschlossener Berufsausbildung
Techniker, Meister und qualifizierte Spezialisten
Ingenieure und hochqualifizierte Fachkräfte