Protestwoche im öffentlichen Dienst: Ver.di mobilisiert für TV-L-Tarifverhandlungen
Die Gewerkschaft Ver.di hat eine bundesweite Protestwoche im öffentlichen Dienst der Länder ausgerufen. Hintergrund sind die stockenden TV-L-Tarifverhandlungen, bei denen die Arbeitgeberseite bislang kein akzeptables Angebot vorgelegt hat.
✊ Die Forderungen im Überblick
Ver.di fordert für die rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigten der Länder:
- 7 Prozent mehr Gehalt – mindestens jedoch 300 Euro pro Monat
- Laufzeit von 12 Monaten
- Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss
- Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West
👥 Wer ist betroffen?
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) gilt für:
- Lehrkräfte an staatlichen Schulen (angestellte Lehrer)
- Hochschul-Beschäftigte an Universitäten und Fachhochschulen
- Verwaltungsangestellte in Landesbehörden
- Beschäftigte in Landesbetrieben und -einrichtungen
- Polizei und Feuerwehr (Angestellte, nicht Beamte)
Indirekt sind auch die 1,3 Millionen Landesbeamten betroffen, da sich ihre Besoldungsanpassungen oft am Tarifabschluss orientieren.
💰 Was würde 7% bedeuten?
Beispielrechnungen für verschiedene Entgeltgruppen:
| Entgeltgruppe | Aktuell (ca.) | +7% | +300€ Minimum |
|---|---|---|---|
| E 6 Stufe 3 | 3.100€ | 3.317€ | 3.400€ |
| E 9b Stufe 4 | 3.800€ | 4.066€ | 4.100€ |
| E 11 Stufe 4 | 4.500€ | 4.815€ | 4.800€ |
| E 13 Stufe 5 | 5.400€ | 5.778€ | 5.700€ |
Die Mindesterhöhung von 300€ würde besonders den unteren Entgeltgruppen zugutekommen – hier wäre die prozentuale Erhöhung sogar höher als 7%.
⚖️ Position der Arbeitgeber
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verweist auf:
- Angespannte Haushaltslage der Bundesländer
- Schuldenbremse begrenzt finanzielle Spielräume
- Gesamtwirtschaftliche Lage sei unsicher
Ein konkretes Angebot liegt bislang nicht auf dem Tisch, was Ver.di als Provokation wertet.
📅 Wie geht es weiter?
Der Fahrplan:
- Dezember 2025: Bundesweite Protestwoche mit Warnstreiks
- Januar 2026: Nächste Verhandlungsrunde
- Bei Scheitern: Urabstimmung über unbefristete Streiks möglich
💡 Was Beschäftigte tun können
- Gewerkschaftsmitglied werden: Nur Mitglieder sind bei Streiks geschützt
- An Aktionen teilnehmen: Auch ohne Streik kann man Solidarität zeigen
- Informiert bleiben: Ver.di informiert über weitere Schritte
Nutzen Sie unseren Öffentlicher-Dienst-Rechner, um Ihr aktuelles TV-L-Gehalt zu berechnen, oder den Brutto-Netto-Rechner für eine detaillierte Netto-Analyse.