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Protestwoche im öffentlichen Dienst: Ver.di mobilisiert für TV-L-Tarifverhandlungen

Veröffentlicht von Gehalts.info Redaktion am 9. Dezember 2025

Die Gewerkschaft Ver.di hat eine bundesweite Protestwoche im öffentlichen Dienst der Länder ausgerufen. Hintergrund sind die stockenden TV-L-Tarifverhandlungen, bei denen die Arbeitgeberseite bislang kein akzeptables Angebot vorgelegt hat.

✊ Die Forderungen im Überblick

Ver.di fordert für die rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigten der Länder:

  • 7 Prozent mehr Gehalt – mindestens jedoch 300 Euro pro Monat
  • Laufzeit von 12 Monaten
  • Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss
  • Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West

👥 Wer ist betroffen?

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) gilt für:

  • Lehrkräfte an staatlichen Schulen (angestellte Lehrer)
  • Hochschul-Beschäftigte an Universitäten und Fachhochschulen
  • Verwaltungsangestellte in Landesbehörden
  • Beschäftigte in Landesbetrieben und -einrichtungen
  • Polizei und Feuerwehr (Angestellte, nicht Beamte)

Indirekt sind auch die 1,3 Millionen Landesbeamten betroffen, da sich ihre Besoldungsanpassungen oft am Tarifabschluss orientieren.

💰 Was würde 7% bedeuten?

Beispielrechnungen für verschiedene Entgeltgruppen:

Entgeltgruppe Aktuell (ca.) +7% +300€ Minimum
E 6 Stufe 3 3.100€ 3.317€ 3.400€
E 9b Stufe 4 3.800€ 4.066€ 4.100€
E 11 Stufe 4 4.500€ 4.815€ 4.800€
E 13 Stufe 5 5.400€ 5.778€ 5.700€

Die Mindesterhöhung von 300€ würde besonders den unteren Entgeltgruppen zugutekommen – hier wäre die prozentuale Erhöhung sogar höher als 7%.

⚖️ Position der Arbeitgeber

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verweist auf:

  • Angespannte Haushaltslage der Bundesländer
  • Schuldenbremse begrenzt finanzielle Spielräume
  • Gesamtwirtschaftliche Lage sei unsicher

Ein konkretes Angebot liegt bislang nicht auf dem Tisch, was Ver.di als Provokation wertet.

📅 Wie geht es weiter?

Der Fahrplan:

  • Dezember 2025: Bundesweite Protestwoche mit Warnstreiks
  • Januar 2026: Nächste Verhandlungsrunde
  • Bei Scheitern: Urabstimmung über unbefristete Streiks möglich

💡 Was Beschäftigte tun können

  • Gewerkschaftsmitglied werden: Nur Mitglieder sind bei Streiks geschützt
  • An Aktionen teilnehmen: Auch ohne Streik kann man Solidarität zeigen
  • Informiert bleiben: Ver.di informiert über weitere Schritte

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