Ver.di ruft zum Streik in Berlin auf: 7% mehr Lohn und 300€ Mindesterhöhung gefordert
Die Gewerkschaft Ver.di hat heute offiziell zum Streik im öffentlichen Dienst in Berlin aufgerufen. Am 18. Dezember 2025 werden Beschäftigte der Landesverwaltung, Kitas, Hochschulen und weiterer Einrichtungen ihre Arbeit niederlegen. Der Druck auf die Arbeitgeberseite in den TV-L-Tarifverhandlungen wächst.
✊ Die konkreten Forderungen
Ver.di fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder:
- 7% mehr Lohn für alle Beschäftigten
- Mindestens 300€ pro Monat für die unteren Entgeltgruppen
- Bessere Zeitzuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit
- Laufzeit: 12 Monate
- Übernahme aller Auszubildenden
📅 Termin mit Signalwirkung
Der 18. Dezember 2025 ist bewusst gewählt: An diesem Tag findet die Haushaltsabstimmung im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Ver.di will damit ein klares Signal an die Politik senden – wer über Geld abstimmt, muss auch die Beschäftigten im Blick haben.
🏢 Welche Bereiche werden bestreikt?
Der Warnstreik betrifft zahlreiche öffentliche Einrichtungen in Berlin:
- Kindertagesstätten: Eltern sollten sich auf Schließungen einstellen
- Landesbehörden: Eingeschränkter Betrieb bei Ämtern
- Hochschulen: Universitäten und Fachhochschulen
- Krankenhäuser: Landeseigene Kliniken (Notversorgung gesichert)
- Schulen: Verwaltungspersonal und nicht-verbeamtete Lehrkräfte
💰 Was bedeuten die Forderungen konkret?
Beispielrechnungen für verschiedene Entgeltgruppen:
| Entgeltgruppe | Aktuell | +7% | +300€ Min. |
|---|---|---|---|
| E 5 Stufe 2 | 2.800€ | 2.996€ | 3.100€ |
| E 8 Stufe 3 | 3.400€ | 3.638€ | 3.700€ |
| E 11 Stufe 4 | 4.500€ | 4.815€ | 4.800€ |
| E 13 Stufe 5 | 5.400€ | 5.778€ | 5.700€ |
Die Mindesterhöhung von 300€ würde gerade den unteren Entgeltgruppen überproportional helfen – hier liegt die Erhöhung teils über 10%.
⚡ Bessere Zeitzuschläge gefordert
Ein oft übersehener Punkt der Forderungen: höhere Zuschläge für besondere Arbeitszeiten:
- Nachtarbeit: Höhere Zuschläge für Arbeit zwischen 21 und 6 Uhr
- Wochenendarbeit: Bessere Vergütung für Samstags- und Sonntagsdienste
- Schichtdienst: Anerkennung der besonderen Belastung
- Feiertagsarbeit: Angemessene Kompensation
👥 Wer ist betroffen?
In Berlin arbeiten rund 130.000 Landesbeschäftigte nach dem TV-L. Bundesweit sind von den Tarifverhandlungen betroffen:
- 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte der Länder
- 1,3 Millionen Beamte (indirekt, da Besoldung sich oft am Tarif orientiert)
ℹ️ Tipps für Betroffene
Für Eltern mit Kita-Kindern:
- Frühzeitig alternative Betreuung organisieren
- Mit dem Arbeitgeber über Homeoffice oder Urlaub sprechen
- Notbetreuung bei der Kita erfragen
Für Bürger mit Behördenterminen:
- Termine wenn möglich verschieben
- Online-Services nutzen
- Telefonisch Erreichbarkeit prüfen
🔮 Wie geht es weiter?
Die Fronten zwischen Ver.di und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bleiben verhärtet. Weitere Warnstreiks in anderen Bundesländern sind zu erwarten. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht eine Urabstimmung über unbefristete Streiks Anfang 2026.
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