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17. Juli 2026 · Gehalts.info Redaktion

Metallhandwerk Berlin-Brandenburg: 3,85 Prozent mehr Lohn und Einmalzahlung vereinbart

Im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg gibt es eine Tarifeinigung: mehr Stundenlohn, 600 Euro Einmalzahlung und höhere Ausbildungsvergütungen.

Tarif & Streik

Im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg liegt ein neuer Tarifabschluss auf dem Tisch. IG Metall und der Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg haben sich auf ein Ergebnis verständigt, das den Beschäftigten ab 1. Juli 2026 mehr Geld bringen soll. Die Entgelte steigen um 3,85 Prozent, das Eckentgelt erhöht sich um 65 Cent auf 17,55 Euro je Stunde. Zusätzlich ist für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 eine Einmalzahlung von 600 Euro vorgesehen.

Die Eckpunkte des Abschlusses

Der Abschluss verbindet eine dauerhafte Entgelterhöhung mit Nachzahlungselementen und einer neuen sozialen Komponente. Auszubildende profitieren ebenfalls: Ihre Vergütungen steigen ab 1. Juli 2026 in allen Ausbildungsjahren um 50 Euro im Monat. Für das erste Ausbildungsjahr nennt die IG Metall damit 830 Euro statt bisher 780 Euro. Zusätzlich sollen Auszubildende für Januar bis Juni 2026 eine Einmalzahlung von 200 Euro erhalten.

Baustein Vereinbarung Zeitpunkt
Entgelt+3,85 Prozentab 1. Juli 2026
Eckentgelt17,55 Euro je Stundeab 1. Juli 2026
Einmalzahlung Beschäftigte600 Eurofür Januar bis Juni 2026, Auszahlung spätestens September
Ausbildungsvergütung+50 Euro monatlichab 1. Juli 2026
Erholungsbeihilfe156 Euro netto jährlichab 2026 für Beschäftigte im ungekündigten Arbeitsverhältnis

Was 3,85 Prozent praktisch bedeuten

Eine prozentuale Tariferhöhung wirkt dauerhaft, anders als eine reine Einmalzahlung. Wer bisher beispielsweise 3.000 Euro brutto im Monat verdient hat, läge rechnerisch bei gleicher Arbeitszeit nach einer Erhöhung um 3,85 Prozent bei rund 3.115,50 Euro brutto. Das tatsächliche Netto hängt von Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen und weiteren Abzügen ab. Für Beschäftigte ist deshalb nicht nur die Prozentzahl wichtig, sondern der Blick auf das Jahresbrutto inklusive Einmalzahlung und möglicher Zusatzleistungen.

Die Einmalzahlung von 600 Euro ist vor allem für die rückwirkende Zeit von Januar bis Juni relevant. Sie erhöht das Jahreseinkommen 2026, aber nicht automatisch die künftige Monatsbasis. Beschäftigte sollten deshalb Monatslohn und Einmalzahlung getrennt betrachten: Die prozentuale Erhöhung verbessert die laufende Vergütung, die Pauschale gleicht den Zeitraum vor dem Abschluss teilweise aus. Für die Netto-Schätzung lohnt sich der Brutto-Netto-Rechner.

Warum der Abschluss über die Region hinaus interessant ist

Das Metallhandwerk steht zwischen industrieller Transformation, Fachkräftemangel und hoher Kostendisziplin vieler Betriebe. Gute Fachkräfte werden in Werkstätten, Montage, Instandhaltung, Metallbau, Anlagenservice und angrenzenden technischen Bereichen gebraucht. Ein Tarifabschluss mit höherem Eckentgelt und zusätzlicher Erholungsbeihilfe ist deshalb auch ein Signal im Wettbewerb um Personal: Betriebe müssen nicht nur Aufträge, sondern auch qualifizierte Beschäftigte sichern.

Für Bewerberinnen und Bewerber zeigt der Abschluss, wie wichtig Tarifbindung sein kann. Tarifverträge regeln nicht nur den Stundenlohn, sondern oft auch Ausbildungsvergütung, Sonderzahlungen, Urlaub, Zuschläge und soziale Komponenten. Wer ein Angebot in einem nicht tarifgebundenen Betrieb prüft, sollte deshalb nicht nur den Monatslohn vergleichen, sondern das gesamte Paket aus Arbeitszeit, Zuschlägen, Sonderzahlungen und Entwicklungsperspektive.

Erklärungsfrist bis August

Noch wichtig: Für das Tarifergebnis wurde eine Erklärungsfrist bis zum 14. August 2026 vereinbart. Die Verhandlungskommission der IG Metall hat bereits zugestimmt. Der Landesinnungsverband will das Ergebnis in den kommenden Tagen und Wochen mit seinen Mitgliedern besprechen. Wenn bis zum Fristende kein Widerspruch erfolgt, gilt der Tarifvertrag in der vereinbarten Form. Beschäftigte sollten daher die endgültige Bestätigung abwarten, bevor sie mit feststehenden Nachzahlungen planen.

Was Beschäftigte prüfen sollten

  • Tarifbindung: Gilt der Abschluss im eigenen Betrieb und für die eigene Tätigkeit?
  • Stundenlohn: Neue Stundensätze mit Arbeitszeit, Zuschlägen und Monatsbrutto abgleichen.
  • Einmalzahlung: Prüfen, ob Anspruch für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 besteht.
  • Ausbildung: Neue Ausbildungsvergütung und 200-Euro-Einmalzahlung bei der Planung berücksichtigen.

Fazit

Der Tarifabschluss im Metallhandwerk Berlin-Brandenburg bringt ein dauerhaftes Plus von 3,85 Prozent, eine Einmalzahlung und bessere Ausbildungsvergütungen. Für Beschäftigte ist das ein konkreter Einkommensschritt, für Betriebe ein Signal gegen Fachkräfteverlust. Entscheidend bleibt, ob der Abschluss nach Ablauf der Erklärungsfrist endgültig greift und wie sich das höhere Brutto im individuellen Netto niederschlägt.

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