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29. August 2026

Elektrohandwerk Berlin-Brandenburg: Eckentgelt steigt 2027 auf 20,10 Euro

Im Elektrohandwerk Berlin-Brandenburg steht ein neuer Tarifabschluss: Das Eckentgelt steigt ab Januar 2027 auf 20,10 Euro pro Stunde, Azubi-Vergütungen folgen ab September 2027.

Von Gehalts.info RedaktionRedaktion29. August 2026
Tarif & Streik

Für Beschäftigte im Elektrohandwerk Berlin und Brandenburg gibt es einen neuen Tarifabschluss. Nach Angaben der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen vom 26. August 2026 steigt das Eckentgelt der Entgeltgruppe E6, also die Hundertprozentstufe, ab dem 1. Januar 2027 auf 20,10 Euro pro Stunde. Das entspricht einem Plus von 3,06 Prozent. Eine zweite Stufe folgt ab dem 1. Januar 2028: Dann steigt das Eckentgelt auf 20,70 Euro pro Stunde, also um weitere 3,02 Prozent. Der Entgelttarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2028.

Der Abschluss ist besonders relevant, weil das Elektrohandwerk eine wichtige Fachkräftebranche ist und die Löhne häufig als Vergleichspunkt für Ausbildung, Handwerk und regionale Gehaltsgespräche genutzt werden. Die IG Metall weist darauf hin, dass im Elektrohandwerk Berlin und Brandenburg Tarifverträge für rund 30.000 Beschäftigte zur Anwendung kommen. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zählt jetzt vor allem die konkrete Entgeltgruppe, denn die übrigen Gruppen berechnen sich nach Prozentstufen aus dem E6-Eckentgelt.

Die wichtigsten Eckpunkte

Regelung Termin Betrag oder Wirkung
Eckentgelt E61. Januar 202720,10 Euro je Stunde, plus 3,06 Prozent
Eckentgelt E61. Januar 202820,70 Euro je Stunde, plus 3,02 Prozent
Monatsentgelt E6ab 20273.497,40 Euro
Monatsentgelt E6ab 20283.601,80 Euro
Ausbildungsvergütungen1. September 2027 und 1. September 2028Erhöhung in zwei Stufen
Laufzeit Entgelttarifvertragbis 31. Dezember 2028Planungssicherheit für Betriebe und Beschäftigte

Was das monatlich bedeutet

Die IG Metall nennt für die Entgeltgruppe E6 ab Januar 2027 ein Monatsentgelt von 3.497,40 Euro. Aus dem angegebenen Prozentplus lässt sich ableiten: Gegenüber dem bisherigen Eckwert entspricht die erste Stufe ungefähr 104 Euro brutto mehr pro Monat. Ab Januar 2028 steigt der Monatswert nochmals auf 3.601,80 Euro, also um weitere 104,40 Euro brutto. Netto fällt der Effekt je nach Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen und Bundesland niedriger aus. Wer seine eigene Auszahlung prüfen will, sollte das bisherige und das neue Monatsbrutto im Brutto-Netto-Rechner vergleichen.

Wichtig ist: Das Eckentgelt ist nicht automatisch der Betrag für jede einzelne Beschäftigte und jeden einzelnen Beschäftigten. Tarifverträge arbeiten mit Entgeltgruppen, Stufen und Prozentwerten. Wer oberhalb oder unterhalb der E6-Hundertprozentstufe eingruppiert ist, muss deshalb die passende Tabelle oder betriebliche Information heranziehen. Gerade bei Teilzeit, wechselnden Stunden, Zuschlägen, Bereitschaftsdiensten oder Montageeinsätzen sollte die Abrechnung nach der Umstellung kontrolliert werden.

Neue Ausbildungsvergütungen ab September 2027

Auch Auszubildende profitieren, allerdings mit einem späteren Starttermin. Ab dem 1. September 2027 betragen die Ausbildungsvergütungen nach IG-Metall-Angaben 1.000 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 1.115 Euro im zweiten, 1.225 Euro im dritten und 1.335 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Ab dem 1. September 2028 steigen die Werte auf 1.030 Euro, 1.150 Euro, 1.260 Euro und 1.375 Euro.

Ausbildungsjahr ab 1. September 2027 ab 1. September 2028
1. Jahr1.000 Euro1.030 Euro
2. Jahr1.115 Euro1.150 Euro
3. Jahr1.225 Euro1.260 Euro
4. Jahr1.335 Euro1.375 Euro

Für angehende Elektronikerinnen und Elektroniker ist das ein wichtiger Vergleichswert. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung setzt nur eine Untergrenze. Tarifliche Ausbildungsvergütungen liegen in vielen Fällen deutlich darüber und sind deshalb ein starkes Argument bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs. Wer vor Vertragsabschluss steht, sollte prüfen, ob der Betrieb in Berlin oder Brandenburg unter den Tarifvertrag fällt und welche Vergütung im Vertrag ausdrücklich genannt ist.

Abgrenzung zum Branchenmindestlohn

Neben dem regionalen Tarifabschluss gibt es im Elektrohandwerk einen bundesweiten Branchenmindestlohn. Das Bundesarbeitsministerium führt für die Elektrohandwerke seit dem 1. Januar 2026 einen Mindestlohn von 14,93 Euro pro Stunde auf. Zum 1. Januar 2027 steigt diese Lohnuntergrenze auf 15,49 Euro, zum 1. Januar 2028 auf 16,10 Euro. Dieser Mindestlohn ist nicht dasselbe wie das regionale Eckentgelt von 20,10 Euro. Er markiert eine Untergrenze, während Tarifgruppen die konkrete Vergütung für qualifizierte Tätigkeiten, Erfahrung und Funktion abbilden.

Für Beschäftigte ist diese Trennung praktisch wichtig. Wer im Elektrohandwerk arbeitet und nur knapp oberhalb des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns bezahlt wird, sollte prüfen, ob der Branchenmindestlohn und gegebenenfalls ein regionaler Tarifvertrag greifen. Der allgemeine Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro und steigt 2027 auf 14,60 Euro. Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk liegt also schon 2026 darüber. Bei geringfügiger Beschäftigung kann ein höherer Stundenlohn außerdem dazu führen, dass die monatliche Minijob-Grenze schneller erreicht wird. Dafür hilft der Minijob-Rechner.

Was Beschäftigte jetzt prüfen sollten

  • Entgeltgruppe: Die eigene Gruppe und Stufe bestimmen, welcher Tabellenwert gilt.
  • Arbeitszeit: Monatsbeträge hängen davon ab, ob Vollzeit, Teilzeit oder wechselnde Stunden vereinbart sind.
  • Zuschläge: Mehrarbeit, Bereitschaft und Montage können gesonderte Regeln haben.
  • Ausbildungsvertrag: Für neue und laufende Ausbildungen die Werte ab September 2027 und 2028 beachten.
  • Nettoeffekt: Bruttoerhöhung und Auszahlung immer getrennt rechnen.

Fazit: Der Tarifabschluss im Elektrohandwerk Berlin-Brandenburg bringt planbare Erhöhungen, aber nicht sofort mit der nächsten Abrechnung. Entscheidend sind die Stichtage Anfang 2027 und Anfang 2028 sowie die passende Entgeltgruppe. Wer betroffen ist, sollte die neue Tariftabelle rechtzeitig mit Arbeitsvertrag und Lohnabrechnung abgleichen und die Netto-Wirkung vor der Finanzplanung konkret ausrechnen.

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